AUSSTELLUNGEN

Besichtigung des authentischen Ortes

Die Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung Dresden des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der Bautzner Straße ist heute Gedenkstätte. Sie ist die einzige weitestgehend original erhaltene Untersuchungshaftanstalt (UHA) im Freistaat Sachsen. Der authentische Ort im einstigen MfS-Gebäudekomplex am Dresdner Elbhang vermittelt einen Eindruck des repressiven Umgangs der SED-Diktatur sowie ihrer sowjetischen Wegbereiter in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR mit Regimegegnern. Die Besonderheiten des Gebäudes, das darin geltende Haftregime und die menschenverachtenden Verhörmethoden erschließen sich dem Besucher im Rundgang oder in Führungen.

Hafthaus


Vom Hafthaus aus gelangt man in den so genannten „Fuchsbau“ - einen Verbindungsgang zu den Kellerräumen, die ab 1945 durch den sowjetischen Geheimdienst (NKWD/MWD) zur Unterbringung der Untersuchungshäftlinge genutzt wurden. In diesen Räumen kann anhand einzelner Schicksale nachvollzogen werden, wie der NKWD/MWD mit seinen politischen Häftlingen verfuhr und was sie nach der Verurteilung in den sowjetischen Speziallagern erwartete.
Anhand von Informationstafeln erhält der Besucher viele Informationen zum Alltag der politischen Untersuchungshäftlinge, zur Vernehmung sowie weitere begleitende Informationen und kann sich den authentischen Ort eigenständig erschließen. Auch unentgeltliche Führungen durch die Gedenkstätte sind nach vorheriger Anmeldung möglich.

BEDENKEN

Schüler-Freizeit-Projekt zu Schicksalen politischer Häftlinge des sowjetischen Geheimdienstes in Dresden

• Dauerausstellung
• Ausstellung im Hafthaus 3. Etage und im Haftkeller, dem „Fuchsbau“

„Ich denke, es ist sehr wichtig, Geschichte zu reflektieren und sie festzuhalten - gerade, wenn es noch Zeitzeugen gibt. Man muss das Geschehene verarbeiten, um vorwärts sehen zu können.“
Josephine Zimmer, Geschichtskurs, 15 Jahre

Der ganz persönliche, unverstellte Blick von Jugendlichen in die jüngere deutsche Vergangenheit, wie ihn die im Projekt entstandene Ausstellung zeigt, macht den hohen Wert der Freiheit deutlich spürbar. Die Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren aus 13 Dresdner Schulen sind im Laufe des Projektes Menschen begegnet, die aufgrund ihres Eintretens für die Freiheit ihre eigene Freiheit über Jahre verloren oder mit dem Leben bezahlten. Sie haben die Schicksale dieser Menschen erforscht, die in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR zwischen 1945 bis in die Mitte der 50er Jahre unschuldig und zumeist aus politischen Gründen in die Fänge des sowjetischen Geheimdienstes gerieten. Die Schüler haben sich diesem schwierigen Thema in vier Projektkursen auf ganz verschiedene Weise genähert. Entstanden ist eine Ausstellung, welche die authentischen Kellerzellen der heutigen Gedenkstätte Bautzner Straße von diesen Schicksalen sprechen lässt.

Das Schüler-Freizeit-Projekt „BEDENKEN“ wurde mit Mitteln des ESF und des Freistaates Sachsen gefördert.

Untersuchungshaft des MfS in Dresden

Haftalltag und Haftschicksale in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt

• Dauerausstellung
• Ausstellung im Hafthaus 1. Etage

Die Kinder von Hoheneck

Leihgabe des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen

• Dauerausstellung
• Ausstellung im Flur 1. Etage

Die kleine, aber sehr eindrückliche Ausstellung erzählt anhand weniger Einzelschicksale von Kindern, die in dem berüchtigten DDR-Frauengefängnis Hoheneck geboren wurden, von Zwangsadoptionen und dem unendlichen Leid der Mütter.

„Diktatur und Widerspruch – DDR-Geschichte im Fokus“

• Dauerausstellung
• Ausstellung im Hafthaus 2. Etage

Der Sächsische Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen eröffnete am 15. November 2011 den ersten Teil der Ausstellung „Diktatur und Widerspruch – DDR-Geschichte im Fokus“.

Die Ausstellung bietet in acht Kapiteln einen Überblick über die Geschichte der DDR. Sie beleuchtet dabei das Wechselverhältnis von staatlicher Repression und Widerstand. Die Darstellung umfasst zentrale Ereignisse der DDR-Geschichte und öffnet zugleich den Blick für weniger bekannte Aspekte. Interessante Zeitzeugen kommen zu Wort. Gleichzeitig bietet sie einen Einblick in das politische System der DDR. Die acht Kapitel sind chronologisch geordnet und bilden in sich geschlossene Einheiten.

In der Gedenkstätte Bautzner Straße werden zunächst die Kapitel „Der SED-Staat“ und „Die DDR-Staatssicherheit“ präsentiert. Nach dem Abschluss der Umbaumaßnahmen wird dann die Ausstellung vollständig in der Gedenkstätte zu sehen sein.

November `89

Die Ausstellung des Slowakischen Instituts Berlin wurde durch Konrad Felber, Leiter der Außenstelle Dresden des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen eröffnet. Die wichtigsten Ereignisse zum Fall des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei und des Übergangs zur Demokratie werden dargestellt. Auf 13 Ausstellungstafeln haben die Besucher die Möglichkeit, sich mit der Situation im Jahre 1989/90 sowohl aus internationaler als auch aus innenpolitischer Sicht bekannt zu machen.

• Eröffnung 5. Dezember 2011, bis 15. Januar 2012 in der Gedenkstätte
• Ausstellung im Flur 2. Etage

4 Tage im Dezember

Ausstellung über die Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung Dresden am 5. Dezember 1989

• Dauerausstellung
• Ausstellung im Flur 3. Etage mit dem Dokumentarfilm/Originalaufnahmen von Fritz Lieberwirth

Die Ausstellung dokumentiert die Dresdner Ereignisse der Tage vom 3. bis zum 6. Dezember 1989 anhand von Interviews mit Zeitzeugen. Der Schwerpunkt liegt auf der Besetzung der Dresdner Staatssicherheitszentrale und den wichtigen Ereignissen im Vorfeld. Ergänzend zur Ausstellung wird das einzige vorhandene Videodokument zur Besetzung am 5. Dezember 1989 gezeigt, das Fritz Lieberwirth dauerhaft zur Verfügung stellte.

Für die Ausstellungstexte wurde in lokalen Tageszeitungen aus dem Herbst 1989 recherchiert. Es wurden 29 Zeitzeugen der Besetzung interviewt und die zu dieser Thematik vorhandene Literatur ausgewertet. Auf Fotos und 11 großen Ausstellungstafeln sind die Ereignisse gut nachvollziehbar zusammengefasst.

Symbolisierte Ordner geben auszugsweise einzelne Interviews und Dokumente zu diesen vier Tagen im Dezember wieder. Die Ordner sind so konzipiert, dass neue In den kommenden Jahren soll die Ausstellung schrittweise erweitert werden, so dass sich ein komplexes Bild des Dresdner Aufbruchs 1989 in die Demokratie ergibt. „20 Jahre friedliche Revolution: Von der Diktatur zur Demokratie“- eine Initiative der Sächsischen Staatsregierung und Erkenntnis durch Erinnerung e.V. Gefördert aus Mitteln des Freistaates Sachsen.