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Fortführung des Schülerprojekts, Bedenken. Teil II.


10.07.
2011

Liebe Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7, wir suchen euch für das Projekt „Bedenken. Teil II“.

Habt ihr Interesse an der jüngeren deutschen Geschichte? Wollt ihr diese nicht nur in bereits geschriebenen Büchern lesen oder in eingerichteten Museen bestaunen? Dann habt ihr bei uns die Möglichkeit, Geschichte aus eurer unmittelbaren Umgebung selbst zu entdecken und anschließend zu gestalten!

Worum soll es gehen?

Konkret untersucht ihr die bisher nur bruchstückhaft aufgearbeitete Geschichte der ehemaligen Haftanstalt an der Bautzner Straße in Dresden. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte der sowjetische Geheimdienst die dunklen Kellerräume für seine Verhaftungen, ab 1954 bezog der Geheimdienst der DDR, das Ministerium für Staatssicherheit, die erweiterten Räumlichkeiten.

Viele Insassen waren jedoch keine Nationalsozialisten oder Kriegsverbrecher, sondern Menschen, die sich für Freiheit und Demokratie im jungen Nachkriegsdeutschland einsetzten. Das Schicksal dieser Menschen sollt ihr untersuchen!

Aber keine Angst, ihr müsst dafür keine staubigen Akten durchlesen, sondern interviewt die Zeitzeugen vor Ort. Das nötige Wissen, die richtige Technik und hilfsbereite Betreuerinnen und Betreuer stellen wir euch. Dieser Aufgabe widmet sich im Wesentlichen der Geschichtskurs.

Wem jedoch die Neuen Medien, bestehend aus Computerarbeit, Kameratechnik und Videoschnitt zu modern sind, dem bieten wir auch Kurse für kreative Köpfe an. In unseren Kunstkursen erhaltet ihr die Gelegenheit eigene Plastiken und Zeichnungen zu erstellen, die ein emotionales Gegenstück zur rationalen Arbeit des Geschichtskurses bilden soll.

Darüber hinaus bieten wir einen Theaterkurs an, der die Brücke zwischen statischer und dynamischer Kunst schlagen soll. Die Ausdrucksmöglichkeiten von Bewegung und Musik liegen in eurer Hand.

Ziel des Projekts:

Die Kurse werden Ende September 2011 beginnen und bis in den September 2013 führen. In mehreren Zwischenetappen stellt ihr eure Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vor, die in einer Dauerausstellung in der Gedenkstätte münden sollen. Ihr merkt also, eure Arbeit wandert nicht in irgendwelche Schubläden, sondern wird  Teil der historischen Aufarbeitung in der Region. Wenn ihr Interesse an unserem unentgeltlichen Angebot habt oder weitere Informationen benötigt, dann schreibt eine Email an:

info@bautzner-strasse-dresden.de

Besprecht das Projekt in eurer Klasse, informiert eure Freundinnen und Freunde. Wir freuen uns auf eure Fragen und Anmeldungen!

Projektorganisationsteam: BEDENKEN. Vergangenheit begreifen – Zukunft in die Hände nehmen! Teil II.

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Anschreiben an die Schulen.


10.07.
2011

Sehr geehrter Damen und Herren,

für das Schülerprojekt „BEDENKEN. Vergangenheit begreifen – Zukunft in die Hände nehmen! Teil II“, begleitet von der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, suchen wir wieder Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7.

Zum Projektinhalt:

Die Gedenkstätte verfügt als ehemalige Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit über Kellerräume, in denen der sowjetische Sicherheitsdienst nach 1945 Untersuchungshaftzellen für politische Häftlinge einrichtete. Bis 1954 waren dort viele Menschen inhaftiert, die sich für Freiheit und Demokratie einsetzten und gegen den Aufbau einer neuen Diktatur kämpften. Die meisten von ihnen wurden durch sowjetische Militärgerichte zu langjähriger Haft in Zwangsarbeitslagern oder zum Tode verurteilt.

Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern wollen wir in diesen authentischen Räumen die derzeitige Ausstellung erweitern und einen Gedenkort etablieren, der an das Schicksal der ehemaligen Insassen erinnert. Die Schüler arbeiten in unterschiedlichen Gruppen und führen ihre Arbeitsergebnisse schließlich zu einer Ausstellung zusammen. Neben der Gruppe „Geschichte gestalten“, die sich vor allem über Zeitzeugeninterviews in die Thematik einarbeitet und das Grundgerüst für die Ausstellung liefert, gibt es mehrere Gruppen, die sich auf künstlerisch-kreativem Weg mit diesem Thema auseinandersetzen. Wir bieten dafür Film-, Kunst- und Theaterkurse an, in denen die Schüler sich ihren eigenen Zugang zum Thema „Haft“ erarbeiten können. Ab Ende September 2011 sollen die Kurse beginnen und bis in den September 2013 führen. Hierbei sollen die Schülerinnen und Schüler in den zweistündigen Sitzungen pro Woche kompetenzorientiert arbeiten.

Das erste Projekt, welches im Oktober 2009 begann, endete im Juni 2011. Das weiterführende Projekt baut auf den Ergebnissen des Vorläuferprojekts auf und wird außerdem neue Komponenten integrieren. Die Ergebnisse des bereits durchgeführten Projekts zeigten, dass die Schülerinnen und Schüler neben kognitiven, auch soziale und psychomotorische Lernfortschritte erreichten. Diese Fortschritte wurden durch den schülernahen regionalgeschichtlichen Kontext, durch die teambasierte Arbeitsweise in kleinen Gruppen und durch den Umgang mit den Neuen Medien erreicht. Darüber hinaus wurde auf der affektiven Ebene durch die Interviews mit Zeitzeugen ein Demokratiebewusstsein erzeugt, welches Demokratie als ein verletzliches Gut begreifen lässt, für das es sich lohnt einzustehen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir die Gelegenheit bieten würden, Ihnen und natürlich auch den Schülerinnen und Schülern, dieses unentgeltliche Angebot näher erläutern zu können. Dazu würden die Mitarbeiter der Gedenkstätte Bautzner Straße gern Ende August bis Anfang September in Ihre Klassen kommen und sowohl das durchgeführte als auch das zukünftige Schülerprojekt mit Anschauungsmaterial vorstellen.

Die Terminabsprache nehmen wir dabei individuell mit dem Schulleiter oder auch den zuständigen Fachlehrern vor.

Projektorganisation: „BEDENKEN. Vergangenheit begreifen – Zukunft in die Hände nehmen! Teil II“

Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

Projektleiterin: Frau Sieber

Bautzner Straße 112a, 01099 Dresden

Telefon (0351) 646 54 54

E-Mail: info@bautzner-strasse-dresden.de



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Gedenkstätte Bautzner Straße


09.06.
2010

Früher war die Gedenkstätte ein Untersuchungsgefängnis der Stasi, offiziell DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Davon gab es in DDR-Zeiten viele, doch die heutige Dresdner Gedenkstätte ist die einzige, die in Sachsen noch original erhalten ist.

Die Untersuchungshaftanstalt

Das Gebäude diente jedoch nicht nur der Stasi als Haftanstalt, sondern auch den Sowjets nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Gründung der DDR 1954. Diese nutzten es als Hauptquartier in Sachsen. Im Keller wurden hier Kriegsgefangene und ehemalige Nazis eingesperrt, verhört und verurteilt. Erst in den 50er Jahren übernahm die neu gegründete Stasi das Gelände und erweiterte es um eine neue Untersuchungshaftanstalt. Die dort Inhaftierten waren hauptsächlich aus politische Gründen festgenommen worden, zum Beispiel weil sie die DDR verlassen wollten oder Kritik an der Staatsführung geäußert hatten.

Während der friedlichen Revolution in der DDR am 5. Dezember 1989 besetzten Demonstranten das Ministerium um gegen die menschenverachtenden Methoden zu protestieren und die Unterlagen der Stasi zu sichern. Ein Bürgerkomitee übernahm die Kontrolle über das Gelände um die Akten vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen.

Ab 1993 begann der Sächsische Landesbeauftragte für Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR mit den Erhaltungsmaßnahmen des Gebäudes und öffnete es für Besucher. Seit 2000 ist das ehemalige Ministerium auf der Liste der sächsischen Gedenkstätten.

Heute gewehrt die Gedenkstätte Besuchern einen erschütternden Einblick in die Haftbedingungen und Verhörmethoden gegenüber den Regimekritikern. Man kann Zellen, Waschräume, Freigangbereich, Vernehmungsräume und weiteres besichtigen.

Von Julia Sackmann und Josephine Zimmer