Archiv für die Kategorie ‘Eindrücke aus Bedenken! Teil I’

Kommentare deaktiviert für „Für die Ewigkeit auf Band“. Interview mit Frau Ursula Jenkner.

„Für die Ewigkeit auf Band“. Interview mit Frau Ursula Jenkner.


29.10.
2012

Bei Gedenkstättenbesuchen und Veranstaltungen der historisch-politischen Bildung hört man von den Schicksalen derer, die als unschuldige politische Häftlinge im Gulag gewesen sind. Diese mussten dabei mit dem Wissen leben, dass die Familie nicht ahnte, wo sie waren und sich höchst wahrscheinlich mit Fragen quälte, um sich ihr Verschwinden zu erklären. Wenn man von diesen Lebensgeschichten erfährt, wird man sehr schnell emotional, auch wenn man sich nicht vorstellen kann, wie es denjenigen damals erging.

Wir haben im Projekt Bedenken gemerkt, dass es schade ist, sich so wenig für die Familien zu interessieren, die während der Haftzeit ihrer Angehörigen zu Hause waren, in ständiger Sorge. Der Fokus liegt oft nur auf den ehemaligen Häftlingen.

Dabei kommt die Familie zu kurz, haben wir uns gedacht, und hatten die Idee, ein Familienmitglied zu interviewen. Das wäre etwas ganz Neues.

Bevor ich nun darüber schreiben werde, wie sehr mich die Geschichte von Frau Jenkner berührt hat, deren Bruder verhaftet worden ist, möchte ich erst einmal sagen, wie sehr mich Frau Jenkner selbst beeindruckt hat. Sie ist so eine freundliche Frau, die schon im ersten Augenblick als ich sie sah, strahlend auf mich zukam und mir ganz offen sagte, wie aufgeregt sie sei. Dadurch war die Situation sofort aufgelockert, denn ich konnte auch nur dasselbe von mir behaupten, und wir haben uns die ganze Zeit sehr gut unterhalten können.

Sie hatte ein bisschen Angst, mir nicht genug spannende Dinge berichten zu können oder dass es einfach nicht interessant genug sein würde, ein Interview mit einer Zeitzeugin zu führen, die „nur“ die Schwester eines ehemaligen politischen Häftlings ist. Und ich hatte Angst, ich könnte sie nicht von dem Gegenteil überzeugen. Es war ja nun ganz gar nicht so, dass sie nichts Interessantes zu erzählen hatte. Einige Fragen hat sie ganz anders beantwortet, als ich es vorher vermutet hätte, aber wenn sie redete, konnte man immer nachempfinden, wie sie sich damals fühlte. Manchmal konnte man ihr anmerken, wie sehr sie sich in die Vergangenheit zurückdenken konnte. Das hat mich mitgerissen.

Es macht ihr Interview ganz besonders, dass sie eine so liebevolle Art hat, von ihrer Vergangenheit und vor allem ihrem Bruder zu sprechen. Daher war ich auch sehr froh, als ich die Frage gestellt hatte, ob sein Verschwinden dem Verhältnis der Beiden geschadet hätte, und sie dies ganz klar verneinte. Ihre Beschreibung des Wiedersehens mit ihrem Bruder hat mich davon überzeugt und ich war sehr gerührt als sie erzählte, wie gut er sie dann bei sich aufgenommen hat. Weil sie selbst so berührt zu sein schien.

Wenn ich nun das Interview an sich beschreiben sollte, würde ich sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat und ich danach erleichtert war, dass alles so gut geklappt hatte. Denn man weiß ja vorher nie, ob man eine natürliche Gesprächsatmosphäre herstellen kann oder ob es während des Interviews eher darauf hinaus läuft, dass man nur ein abgehacktes Frage-Antwort-Spiel spielt und es keinen Gesprächsfluss gibt. Letzteres ist zum Glück nicht passiert, auch wenn ich nur hoffen kann, dass man mir meine Anspannung nicht ganz angemerkt hat. Denn ganz ohne geht es bei mir anscheinend noch nicht. Ich habe meistens ein bisschen Angst davor, zu vergessen, was ich als nächstes fragen wollte. Aber dafür war Frau Jenkner eine sehr nachsichtige und verständnisvolle Interviewpartnerin, denn diese Angst wurde mit jeder Minute etwas geringer. Oft musste ich mich stoppen, um sie nicht zu unterbrechen, wenn mir gerade die nächste Frage durch den Kopf schoss, die sich mir aus ihren Erzählungen ergab. Denn das wäre dann unhöflich gewesen und etwas peinlich, weil wir das Interview ja nun schließlich für die Ewigkeit auf Band haben. Außerdem hätte man sie, die Hauptperson, dann nicht mehr verstanden.

Etwas irritierend kann es vielleicht schon sein, wenn man die ganze Zeit weiß, dass alles, was man sagt, auf Tonband aufgezeichnet wird. Deshalb war ich auch heilfroh, diejenige neben der Kamera zu sein und nicht vor laufender Kamera sprechen zu müssen. Nun hoffe ich, dass Frau Jenkner das gut verkraftet hat und es sie nicht so nervös gemacht hat, wie es bei mir der Fall gewesen wäre. Mehr als gut geschlagen hat sie sich jedenfalls und ich hoffe auch, dass sie weiß, wie dankbar ich ihr für diese zwei Stunden bin.

Wahrscheinlich habe ich das auch schon in meinen letzten Interviewbericht geschrieben, aber weder Geschichtsunterricht noch irgendein Buch kann einem den Einblick ersetzen, den man von der Vergangenheit mit ihren verschiedenen Perspektiven erhält, wenn man die Möglichkeit hat, sich persönlich mit jemandem zu unterhalten, der sie erlebt hat. Die emotionale Seite bringt einem das Ganze viel näher als Fakten, aber darin sind sich ja bestimmt viele Schüler einig. Man darf jedoch die Fakten natürlich nie aus den Augen verlieren.

Durch Frau Jenkner konnte ich mich ein kleines Stück in ihre Situation hinein fühlen und mir ein Bild davon machen, wie es Angehörigen damals ergehen konnte, wenn auf einmal der Bruder verschwand. Außerdem bin ich seit dem Interview noch glücklicher darüber, dass es meinem Bruder gut geht und ich ihn jederzeit sehen kann.

Kommentare deaktiviert für „Zum Tode verurteilt“. Interview mit Herrn Dr. Lange

„Zum Tode verurteilt“. Interview mit Herrn Dr. Lange


19.10.
2012

Am 11. September war Herr Dr. Lange zum Zeitzeugeninterview in der Gedenkstätte Bautzner Straße. Er kam direkt aus dem Militärhistorischen Museum Dresden, dem er einen seltenen Druck zum sog. „Ostfeldzug“ 1941 übereignet hat. Wir kamen somit gleich ins Gespräch über unsere Lebensgeschichten und erzählten, warum wir uns für das Thema interessierten. Begleitet wurde er von seiner Frau, Dr. A. Volle, die ihm dank ihrer fachlichen Kompetenz stets helfend zur Seite stand.

Herr Lange erzählte zu Beginn von einigen negativen Interviewerfahrungen. Seine Ansprüche an ein Interview waren mir daher bewusst. Aber ich hoffe sehr, dass ich sie erfüllen konnte.

Auch ich war positiv von Herrn Lange überrascht. Es ist sehr spannend ein Interview mit jemandem zu führen, der die Erzählung über seine Erfahrungen weitertragen möchte, auch wenn diese Erfahrungen aus einem sehr dunklen Kapitel der Vergangenheit stammen. Herr Lange wurde damals von der sowjetischen Besatzungsmacht zum Tode verurteilt. In einer der vielen Todeszellen des berüchtigten Butyrka-Gefängnis in Moskau wartete er auf die Vollstreckung des Urteils, als ihn eine glückliche Wendung des Schicksals erlangte. Herr Lange wurde begnadigt und sein Todesurteil in 25 Jahre Zwangsarbeitslager umgewandelt. Bis heute konnte die historische Wissenschaft noch nicht vollends klären, nach welchen Kriterien man damals begnadigt wurde. Auch Herr Lange konnte meine Frage diesbezüglich nur mit einem Achselzucken beantantworten.

Ansonsten wurde jede Frage, die ich gestellt habe, von Herrn Lange ausführlich beantwortet, so dass wir nun sehr viel Material zum Auswerten haben. Da Peer Lange sich nicht nur als Zeitzeuge, sondern auch als Historiker sehr mit dem Thema befasst hatte, konnte er seine persönlichen Erlebnisse immer in einem größeren Zusammenhang erklären. Ich glaube, das hat das Interview sehr gehaltvoll gemacht.

Sowohl er als auch wir hatten eine Vielzahl an historischen Fachbüchern und sogar Quellen zur Hand, mit denen wir uns im zweiten Teil des Interviews beschäftigt haben. Insgesamt hat das Interview gute 90 Minuten gedauert und anschließend haben wir gemeinsam den Fuchsbau und damit die Ergebnisse des ersten BEDENKEN-Projekts besichtigt.

Autor: Marc René Schwerhoff

Kommentare deaktiviert für Workshop mit Herrn Mendel-von Podbielski

Workshop mit Herrn Mendel-von Podbielski


08.12.
2010

Am 24.11.2010 trafen  sich alle Teilnehmer des Projektes BEDENKEN, um mit dem Zeitzeugen Herr Mendel-von Podbielski ins Gespräch zu kommen. Dabei fiel uns allen auf, dass Herr Mendel-von Podbielski sehr distanziert von seiner Geschichte zu sein schien. Er sprach, als ob ihn das alles nicht betreffen würde und zeigte sich sehr einsichtig, dass es aufgrund der großen Schuld der Deutschen, die sie im Zweiten Weltkrieg auf sich geladen haben, durchaus richtig war von den Russen so hart verurteilt worden zu sein. Dass er diese Einsicht bereits mit siebzehn hatte, überraschte uns sehr und wir konnten es nicht ganz nachvollziehen, was aber wohl auch daran liegt, dass wir nie einer Situation befunden haben. Herr Mendel-von Podbielski berichtete sehr Erschreckendes, zum Beispiel, dass ein Mithäftling im Konzentrationslager für die Tötung der Kinder verantwortlich war.

Wir sind ihm sehr dankbar, dass er sich die Zeit für dieses Gespräch genommen hat.Aufmerksame Zuhörerinnen

Kommentare deaktiviert für Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür


08.12.
2010

Am 05.12.10 war, anlässlich der Stürmung der Bezirksverwaltung des MfS Dresden, der Tag der offenen Tür in der Gedenkstätte Bautzner Straße. Über unser Projekt BEDENKEN gab es eine eigene Ausstellung. Es wurden unter anderem Ausschnitte unserer Interviews mit den Zeitzeugen sowie eine Produktion des Tanzkurses gezeigt, diese war uns allerdings etwas zu künstlerisch. Wir haben die Intention nicht ganz verstanden.

Der MDR drehte einen kurzen Beitrag in der Gedenkstätte, in dem Max ein kurzes Interview gab und noch am selben Abend im Sachsenspiegel ausgestrahlt wurde.

Natürlich waren wir auch da und sprachen mit interessierten Besuchern. Außerdem bewunderten wie die eindrucksvollen Bilder des Zeichen- und Grafikkurses, die im gesamten Gebäude aushingen.

Kommentare deaktiviert für Jonathan Sieber: Unser 2. Treffen am 20. Oktober 2010

Jonathan Sieber: Unser 2. Treffen am 20. Oktober 2010


27.10.
2010

Nach langer Zimmersuche versammelten wir (Josi, Gerald, Pascal und ich) uns am Mittwoch, dem 20. Oktober 2010, in einem ziemlich kühlen Raum und haben uns ein Interview von einem ehemaligen Gefangenen angehört, der von seiner Haftzeit erzählte.

Davor haben wir uns Fragen ausgedacht, die wir den Anwohnern stellen wollten, die in der Nähe eines ehemaligen Gefängnisses wohnten.

Josi und Gerald haben zusammen den Blog-Text für die letzte Stunde zusammengefasst und korrigiert. Der war bestimmt besser als dieser hier.

Am Anfang und am Ende sprachen wir noch kurz über die Situation nach 1945.

Kommentare deaktiviert für Josi Schuster: Unser 1. Treffen am 29.9.2010

Josi Schuster: Unser 1. Treffen am 29.9.2010


20.10.
2010

Donnerstag, 29.09.2010:

Unsere Gruppe besteht aus: Gerald, Johnny, Pascal und Josi.

Unsere Gruppe beschäftigt sich mit hauptsächlich zwei Themen: Was geschah zwischen 1945 und 1950 und wie ging es den Leuten nach dem Krieg und was geschah überhaupt? Als erstes möchten wir zu den drei wichtigsten sowjetischen Gefängnissen in Dresden gehen und diese fotografieren. Gerald hat recherchiert und Fotos von den drei Gefängnissen früher ausgedruckt. Diese Gebäude möchten wir mit heute und früher vergleichen. Die drei Gefängnisse sind einmal der Münchner Platz, die Zittauer Strasse und die Königsbrückerstrasse 125.

In diesen drei Gebieten möchten wir dann auch noch ältere Leute befragen, die früher dort auch schon gelebt haben, wie sie es empfunden haben, in der Nähe  eines Gefängnisses zu wohnen und an welche Sachen sie sich überhaupt noch erinnern können. Diese Sachen haben wir heute besprochen und wie wir vorgehen.

Kommentare deaktiviert für Rebecca Klemm

Rebecca Klemm


15.09.
2010

Alter: 17
Schule: Julius-Ambrosius-Hülße-Gymnasium
Klassenstufe: 12
Hobbys: Fotografie, Mode, reisen, backen, auf den Flohmarkt gehen, ausgehen.

Motivation:
Ich denke, dass es wichtig ist, etwas über Geschichte zu wissen; mit diesem Kurs kann man dieses Wisssen vertiefen. Außerdem lerne ich noch, wie man mit Kameras umgeht, ordentliche Interviews führt und interessante Menschen trifft.

Kommentare deaktiviert für Lisa Maria Börnick

Lisa Maria Börnick


15.09.
2010

Alter: 15
Schule: HOGA Schloss Albrechtsberg
Klassenstufe: 10
Hobbys: Geschichte (eine AG und ein Kurs), Bergsteigen, klettern, Geschichten schreiben, lesen, Artistik
Motivation:
– großes Interesse an Geschichte → Verbindung Schreiben mit Geschichte
– vom Kurs durch meine Geschichtslehrerin erfahren

Kommentare deaktiviert für Maximilian Klemm

Maximilian Klemm


15.09.
2010

Alter: 14
Schule: HOGA Schloss Albrechtsberg
Klassenstufe: 9
Hobbys: Briefmarken und Mineralien sammeln, Modelle bauen
Motivation:
großes Interesse an der Geschichte der DDR

Kommentare deaktiviert für Christina Kittell

Christina Kittell


15.09.
2010

Alter: 14 Jahre
Schule: Freie Waldorfschule Dresden
Klassenstufe: 10
Hobbys: Inlineskater fahren, klettern, Gitarre spielen, arbeiten mit Photoshop und Adobe, filmen und fotografieren.
Motivation für den Geschichtskurs: Ich habe mich bei dem Geschichtskurs angemeldet, da ich mich für dieses Zeitalter interessiere und weil ich auch gehört habe, dass wir Interviews machen und lernen mit Kameras umzugehen, da ich eher mit kleineren Kameras gefilmt habe. Außerdem schneiden wir auch und gestalten einen Film, was für mich doch ein bisschen Neues ist.