Zwischenstand zu »angeeckt.«

Ein kurzer Überblick über »angeeckt.« 5 & 6

Eine außerordentlich gut besuchte Kick-Off-Veranstaltung im Oktober machte es nötig, zwei parallele Maßnahmen des Projekts durchzuführen, um das Interesse der Jugendlichen abdecken zu können. Damit alle Beteiligten die Übersicht behalten, unterscheidet das Team von »angeeckt.« die Maßnahmen 5 und 6 als ‚rot‘ und ‚blau‘. In diesem Bericht werden die entsprechende Farben genutzt, um auch für den schnellen Überblick deutlich zu machen, von welcher Maßnahme die Rede ist.

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Zwar noch aus einem gemeinsamen Kick-Off hervorgehend, wurden in den letzten Wochen nämlich zwei unterschiedliche Projekte entwickelt. Gemeinsam ist den beiden Durchgängen allerdings eine Öffnung bzw. Erweiterung, wie bereits in der in der Projektstimme des letzten Durchgangs skizziert worden ist: Über die Perspektive der Menschenrechte geht es nun noch einmal verstärkter um einen Gegenwartsbezug des historischen Themas politischer Untersuchungshaft.

So wurde in beiden Maßnahmen den bewährten, ‚klassischen‘ historischen Workshops ein weiterer hinzugestellt, der in Zusammenarbeit mit Amnesty International die soeben angesprochene Frage der Menschenrechte behandelte. So konnten die Jugendlichen erfahren, dass Verhaftungen und politische Justiz keine ausschließlich historischen Erscheinung sind, sondern in der Gegenwart weltweit weiterhin ein Problem darstellen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Ursachen solcher Menschenrechtsverletzungen in Geschichte und Gegenwart jeweils besondere sind.
Der direkte Kontakt mit jungen Menschenrechtsaktivisten und die Vorstellung der Arbeit von Amnesty International machte außerdem deutlich, dass es möglich ist und sich lohnt, im Sinne der Menschenrechte selbst aktiv werden zu können.
Vor allem in der Form neu wurden die sozialen Workshops in den beiden Maßnahmen angelegt: Jeweils als sechsstündiger Block, ergab sich sehr intensive Auseinandersetzung mit der emotionalen Ebene der Gedenkstätten-Erfahrung, der Frage nach der Motivation der Mitarbeiter*innen des MfS und natürlich der Frage, wie eine gute Führung gelingen kann.

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Was die künstlerischen Schüler*innenperspektiven auf die Stasi-U-Haft angeht, gab es auch Neuerungen im Programm von »angeeckt.«.
In der roten Gruppe kommt ein gänzlich neuer künstlerischer Zugang zum Tragen, nämlich das Arbeiten mit Ausdrucksmitteln aus dem Feld der Street Art.
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Anknüpfen ließ sich hier an das Zeitzeugengespräch aus dem zweiten historischen Workshop: Der konkrete Anlass der Untersuchungshaft war nämlich das Anbringen einer regimekritischen Parole an einer Dresdner Brücke. Das selbst ist sicher nicht als Kunst zu verstehen, aber Street Art ist eben doch oft politisch – und sie kann es in der Gegenwart weitgehend uneingeschränkt sein.
Als Übergang und Inspiration zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Themenfeld politischer Haft und Hafterfahrung stand deshalb ein Besuch in der kunstaktivistischen Ausstellung (Un)geduldiges Papier. Mit dabei war der Kunstpädagoge, der in Folge die zwei Street Art Workshops innerhalb der fünften Maßnahme begleiten sollte.

In der ‚blauen‘ Gruppe werden diese Perspektiven mit den ebenfalls bewährten Mitteln des Films gesucht. Neu dabei ist außerdem eine Tanzpädagogin, weil der Aspekt von Bewegung in einer eigentlich bis auf ein Minimum einschränkenden Einrichtung spannend erscheint. Vom Umgang mit dem körperlichen Aspekt von Unfreiheit berichteten auch die Zeitzeugen immer wieder. Mit denen übrigens, dass ist ein Schwerpunkt der ‚blauen‘ Gruppe, gab es zweimal die Möglichkeit zum Gespräch.
Nicht zu vergessen ist die Arbeit derjenigen, die sich künstlerisch um das die Gestaltung von Öffentlichkeitswerbung etc. kümmern. Unter diesem Bericht findet sich zwar noch das ‚alte‘ »angeeckt.«-Layout, um alle Interessierten herzlich zur peer-Phase des Projekts einzuladen, aber schon bald folgt sicherlich die Einladung zur Projektpräsentation als Schüler*innenprodukt.

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Hier schon einmal ein zwischenzeitliches Dankeschön und zwar neben den Projektpartnern und Zeitzeugen an die uns kräftig unterstützenden Künstler*innen:

http://filmpunktart.de/startseite.html
http://atljae.de/team/florian.html
http://getanztes.de/