Projektstimme(n) 2/2

Da sich besonders viele Teilnehmer*innen auf den Aufruf zur Maßnahme 5 meldeten, entschied die Projektleitung eine weitere Maßnahme parallel durchzuführen. Somit wurde der Kick Off am 19.10.2016  für zwei Maßnahmen gleichzeitig durchgeführt.

Neben Neuerungen, wie der Zusammenarbeit mit Amnesty International blieb das Zeitzeugeninterview als bewährter Bestandteil der historischen Workshops bestehen. In den Auswertungsinterviews mit den Schüler*innen am Ende des Projektes wird vor allem das Zeitzeugengespräch immer wieder als die Besonderheit genannt.

Neu war zudem, die sozialen Workshops als eine Blockveranstaltung durchzuführen. Dem Ziel der  Verbesserung von Kommunikations- und Teamfähigkeit konnte so besser entsprochen werden. Ein entstehendes Gemeinschaftsgefühl wurde nicht durch eine Woche Pause wieder unterbrochen.

1_Layout_M6

Von den angebotenen künstlerischen Workshops entschieden sich die Teilnehmer*innen für Layout, Film und Tanz. Entsprechend der Projektanforderungen gestaltete der Layoutkurs Einladungen, Flyer und Poster für die Abschlussveranstaltung.

In den beiden Filmworkshops entstanden die Filme:  „Ze11e“ und „Eindrücke“. Die Projektleitung entschied gemeinsam mit den Peer-Teamern der Filmkurse, diese bei dem bundesdeutschen Jugend Filmfestival „Up and Coming“ einzureichen.

3_Tanz_M6

Am Tanzworkshop nahmen nur Schülerinnen teil. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stand das Gefühl des Eingesperrtseins. Begleitet von unterschiedlicher Musik wurden die verschiedenen Emotionen, die in einer solchen Ausnahmesituation relevant sind, durch Bewegung darzustellen versucht. Für die künstlerische Leitung des Tanzworkshops wurden die Gruppenleiter von einer erfahrenen Tanzpädagogin unterstützt. Ihr Konzept fußte auch auf einer assoziativen Auseinandersetzung mit den Inhalten und Eindrücken des Zeitzeugengespräches. Im Ergebnis des Kurse stand weniger ein bühnenreifes Tanztheaterstück als vielmehr ein bewusstes Körpergefühl bei den Teilnehmerinnen.

2-Tanz_M6

Am 1. März 2017 wurden die Ergebnisse der Maßnahme 5 und 6 gemeinsam Eltern, Unterstützer*innen und der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. So konnte die Gedenkstätte ein breiteres Publikum ansprechen und gleichzeitig einen angemessenen Abschluss für das gesamte Projekte „angeeckt“ nach drei intensiven Arbeitsjahren setzten. Über 150 Menschen kamen in die Gedenkstätte. Darunter auch einige Teilnehmer*innen aus den vorangegangenen Projektphasen.

5_Abschluss_M64_Abschluss_M6

Das Programm wurde weitestgehend von den Teilnehmer*innen selbst gestaltet. Die Ergebnisse der Tanz- und Filmworkshops wurden in einem gemeinsamen Programmblock im Hafthaus aufgeführt.

6_Abschluss_M6

Eingerahmt wurden die Vorführungen dabei von kurzen Erlebnisberichten und Feedbacks der Peer-Teamer. Anhand derer wurden die erweiterten Kompetenzen der Teilnehmer deutlich. Dies betraf die Einordnung der Räumlichkeiten im Haus genauso, wie die Reflektionsfähigkeit über die  künstlerischen Inhalte, vor allem aber die Präsentationsmethodik und -technik.

Schülerführung

Die Gedenkstätte gelangte durch das Projekt ebenfalls zu vielen neuen Erkenntnissen. Sie konnte mit den Eltern der Schüler*innen neue Zielgruppen ansprechen, neue Ehrenämtler*innen gewinnen und Methoden erproben, die so weiter in der Vermittlungsarbeit zum Einsatz kommen. Nicht zuletzt konnten durch die künstlerische Auseinandersetzung  neue Perspektiven auf historische Inhalte, z.B. die Wirkung der Haft auf die Häftlinge gewonnen werden. Das Projektteam von „angeeckt“ bedankt sich bei allen Mitstreiter*innen und schließt mit den Worten einer Peer-Teamerin:

Die Leute werden offener und freundlicher durch die Teilnahme am Projekt!