Archiv für Mai, 2010

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Workuta


12.05.
2010

Am 12. Mai, einem Mittwoch, versammelten wir uns, um uns über Workuta und die Zeitzeugen, die wir beim Workuta-Treffen interviewen wollen, zu informieren. Dazu schauten wir uns zwei Filme an, die uns einige Schicksale näher brachten. Wir mussten feststellen, wie schrecklich das Arbeitslager und wie wenig Wert das Leben eines Gefangenen war

Workuta, russisch Воркута́, ist eine sehr nördlich gelegene Stadt in Russland. Von 1938 bis 1960 war es außerdem ein Lager (Gulag) für politische Gefangene. Das Lager spielte eine bedeutende Rolle als Zentrum für spätere Arbeitslager. Es waren bis zu 73.000 Häftlinge gleichzeitig inhaftiert – während der Bestehungszeit wurden insgesamt mindestens 2 Millionen Gefangene dort zur Arbeit gezwungen. Die Insassen wurden bei der Kohleförderung im Grubenbau und beim Bau einer Eisenbahnverbindung eingesetzt. Diese Eisenbahnlinie verband Workuta mit dem Rest der Sowjetunion und besteht auch heute noch. Es heißt, dass unter jeder Schwelle dieser Schiene zwei Tote liegen. Das steht symbolisch für die unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei bis zu -46°C, denen die Häftlinge ausgesetzt waren.

Im Sommer 1953, kurz nach Stalins Tod, kam es in dem Arbeitslager zu einem Aufstand der Lagerinsassen, der jedoch blutig niedergeschlagen wurde. Aber diese Ereignisse brachte die sowjetische Führung dazu zuerst kriminelle und später auch politische Gefangene freizulassen. Dank Adenauer, der 1955 Moskau besuchte, wurde noch im selben Jahr allen deutschen Häftlingen die Freiheit gewährt.

Von Julia Sackmann und Josephine Zimmer