Die Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

2010
09.15

Früher war die Gedenkstätte ein Untersuchungsgefängnis der Stasi, offiziell DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Davon gab es in DDR-Zeiten viele, doch die heutige Dresdner Gedenkstätte ist die einzige, die in Sachsen noch original erhalten ist.

Die Untersuchungshaftanstalt

Das Gebäude diente jedoch nicht nur der Stasi als Haftanstalt, sondern bereits davor den Sowjets nach dem Zweiten Weltkrieg bis in das Jahr 1954. Diese nutzten es als Hauptquartier in Sachsen. Im Keller wurden hier Kriegsgefangene und ehemalige Nazis eingesperrt, verhört und verurteilt. Erst in den 50er Jahren übernahm die neu gegründete Stasi das Gelände und erweiterte es um eine neue Untersuchungshaftanstalt. Die dort Inhaftierten waren hauptsächlich aus politische Gründen festgenommen worden, zum Beispiel weil sie die DDR verlassen wollten oder Kritik an der Staatsführung geäußert hatten.

Während der friedlichen Revolution in der DDR am 5. Dezember 1989 besetzten Demonstranten das Ministerium um gegen die menschenverachtenden Methoden zu protestieren und die Unterlagen der Stasi zu sichern. Ein Bürgerkomitee übernahm die Kontrolle über das Gelände um die Akten vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen.

Ab 1993 begann der Sächsische Landesbeauftragte für Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR mit den Erhaltungsmaßnahmen des Gebäudes und öffnete es für Besucher. Seit 2000 ist das ehemalige Ministerium auf der Liste der sächsischen Gedenkstätten.

Heute gewehrt die Gedenkstätte Besuchern einen erschütternden Einblick in die Haftbedingungen und Verhörmethoden gegenüber den Regimekritikern. Man kann Zellen, Waschräume, Freigangbereich, Vernehmungsräume und weiteres besichtigen.

Von Julia Sackmann und Josephine Zimmer

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