Die Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

Tagung KOST in der Gedenkstätte am 11.01.2020 © Christine Bücher

Die Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

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Ehemalige Bezirksverwaltung der Staatssicherheit und politische Haftanstalt. Ort der Friedlichen Revolution

 

Die Gedenkstätte ist ein Ort der Erinnerung, Bildung und Begegnung.

Neben der Erforschung des historischen Ortes und der Aufarbeitung seiner Geschichte widmet sich die Gedenkstätte der Aufklärung von Ursachen, Ideologie, Strukturen und Folgen von Diktaturen.

Der Schwerpunkt und der Bezug zu Grund- und Menschenrechten als übergeordnete Werte stellen dabei die Verbindung und den Vergleich zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen her.

Die Gedenkstätte pflegt die Zusammenarbeit mit Partner-Organisationen aus den osteuropäischen Nachbarstaaten. Schwerpunkte sind dabei die Arbeit mit Zeitzeugen, die Geschichte der Oppositionsgruppen und die Systemtransformation in der DDR und dem ehemaligen „Ostblock“.

Der historische Ort

In dem Gebäudekomplex an der Bautzner Straße war die Dresdner Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit und die dazugehörige Untersuchungshaftanstalt untergebracht. Hier war der Sitz des von der SED geschaffenen Repressionsapparates, der verantwortlich war für politische Verfolgung, Haft und psychische Folter.

Auf dem Areal wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges tatsächliche oder vermeintliche Nationalsozialisten, zunehmend aber Regimegegner inhaftiert, vernommen und verurteilt.

Der Überwachungs- und Haftkomplex entfaltete sich inmitten des Dresdner Elbhangs, der bis dahin als eine bevorzugte Wohngegend mit Blick auf die Stadt und ihren Fluss geschätzt war.

Am 5. Dezember 1989 besetzten Dresdner Bürger das Gelände. Sie beendeten die Arbeit der Staatssicherheit ohne Gewalt. Wo noch 1989 Regimekritiker und gefasste DDR-Flüchtlinge inhaftiert waren, lagerte man jetzt Geheimdienstakten und übergab sie später der Stasi-Unterlagenbehörde.

Ein Teil des einstigen Verfolgungs- und Überwachungskomplexes ist heute Gedenkstätte. An sieben Tagen in der Woche können Interessierte das einzige original erhaltene Stasi-Untersuchungsgefängnis in Sachsen, den von der sowjetischen Besatzungsmacht genutzten Gefängniskeller und Arbeitsräume der Staatssicherheit besuchen.

Tagung KOST in der Gedenkstätte am 11.01.2020 © Christine Bücher