Kriminalität in den Augen der politischen Polizei
Politische Delikte in der DDR waren Sache der Stasi! Was auf den ersten Blick und in der Tendenz stimmen mag, ist bei näherer Betrachtung gar nicht mehr so eindeutig. Am Beispiel der Spezialkommission (SK) wird erkennbar, wie engmaschig die Ermittlungsarbeit und Arbeitsteilung zwischen Kriminalpolizei und Staatssicherheit in der Praxis ablief.
Die Auseinandersetzung mit diesem Referat der Abteilung IX der Bezirksverwaltung Dresden weitet den Blick auf das komplexe Geflecht zwischen MfS,Volkspolizei, Staatsanwaltschaft und Justiz vor dem Hintergrund des DDR-Alltages. Im neuen pädagogischen Dauerangebot der Gedenkstätte Bautzner Straße für inhaltlich fortgeschrittene Lerngruppen werden bisher unbekannte Aktenbestände zu konkreten Fällen, den Ermittlungsmethoden, der Zusammenarbeit der Untersuchungsorgane sowie den Biographien der SK-Mitarbeiter angeboten.
Im Anschluss daran wird eine auf das Thema abgestimmte Führung zu den Ermittlungsverfahren der SK durch die historischen Räume der heutigen Gedenkstätte durchgeführt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der objektgebundenen Gruppenerkundung und des diskursiven Austausches zum Thema: Wie weit ging das Interesse der Staatssicherheit auch bei scheinbar unpolitischen Delikten? Und im Gegenzug: Ist die Volkspolizei bzw. Kriminalpolizei in der bisherigen Aufarbeitung und Erinnerungskultur ausreichend als politische Polizei innerhalb der SED-Diktatur verstanden und entsprechend bewertet worden?
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Teilnehmer: 10 bis 20 Personen