Vereint - verkannt - zerstritten? Blicke auf unser gemeinsames Land

Helmut Kohl in Erfurt 1990, F.A.Z.-Foto / Mirko Krizanovic

Vereint - verkannt - zerstritten? Blicke auf unser gemeinsames Land

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Veranstaltungen und Geschichtswerkstatt

 

Alltagserfahrungen und Alltagsroutinen der Menschen in beiden deutschen Staaten waren 1990 recht unterschiedlich. Sie prägten und prägen nicht nur die Sicht auf die Wiedervereinigung, sondern auch die aktuellen Lebensbilanzen von Menschen in „West" und „Ost". Im Prozess der Annäherung verfestigten sich vielfach Vorstellungen und Bilder des „typischen Wessis" und des „typischen Ossis". Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe werden die Hintergründe der Zeit beleuchtet und die deutsch-deutschen Stereotypen auf ihren realen und imaginären Gehalt hin befragt.

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation mit der Volkshochschule Dresden.

 

1989/90. Zwischen den Zeiten - Zwischen den Welten
Podiumsdiskussion

Im Rahmen dieser Veranstaltung soll der Zeitraum Ende 1989 bis 1990 betrachtet werden: jene Phase des Umbruchs, die von Utopien und Unsicherheiten gleichermaßen geprägt war und deren Kraft doch bei aller Problematik bis heute fasziniert.

Unter Moderation von Oliver Reinhardt (Sächsische Zeitung) diskutieren:
Dr. Peter-Michael Diestel, Rechtsanwalt und letzter Minister des Innern der DDR
Dr. Justus H. Ulbricht, Historiker und Geschäftsführer des Dresdner Geschichtsvereins
Ulrike Poppe, Bürgerrechtlerin und ehemalige Brandenburger Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur 

Donnerstag, 05.11.2020, 18.00 – 19.30 Uhr
Gedenkstätte, Bautzner Str. 112 a

 

Und unsere östlichen Nachbarn? Osteuropa zwischen Friedlicher Revolution und Gewalt
Ausstellungseröffnung und Podiumsgespräch

Rasant lösten sich die kommunistischen Herrschaftssysteme Mittel- und Osteuropas auf. Diese politischen und ökonomischen Umwälzungen hatten gemeinsame Ursachen, aber sehr unterschiedliche Verläufe. Das Jahr 1989 hat Europa verändert. Die Öffnung der Mauer, die Demonstrationen in Prag, die Schüsse der rumänischen Geheimpolizei auf Bürger, die Stürmung von Stasi-Zentralen illustrieren diese Zeitenwende.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung und des Gesprächs mit Mirko Krizanovic und Tim Buchen werden die damaligen Ereignisse vorgestellt und diskutiert. Zugleich wird über die Entwicklung im Osten Europas auch aus heutiger Sicht gesprochen.

Mit Dr. Roland Löffler, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, kommen ins Gespräch:
Junior-Prof. Dr. Tim Buchen, Juniorprofessur für soziale und ökonomische Netzwerke der Deutschen im östlichen Europa im 19. und 20. Jahrhundert
Mirko Krizanovic, Fotojournalist

Donnerstag, 12.11.2020, 18.00 – 19.30 Uhr
Gedenkstätte, Bautzner Str. 112 a

In Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung

 

Das Gewesene und die Gegenwart. Zwei Stimmen der aktuellen Literatur zum Systemwandeln
Lesung und Gespräch

Thilo Krause und Julia Schoch setzen sich mit der Frage der Identität im wiedervereinigten Deutschland und mit der Frage ihrer Herkunft durch Rückblick auf Sozialisationserfahrungen in der DDR auseinander. Beide sind etwa Mitte der 1970er Jahre geboren, beide im Osten. Es ist der Blick einer Generation, die als junge Erwachsene die Wende erlebt und sich im neuen System eingerichtet hat.

Mit Jörg Schieke, Literaturkritiker / MDR Kultur, diskutieren:
Thilo Krause, Schriftsteller
Julia Schoch, Schriftstellerin

Donnerstag, 19.11.2020, 19.30 – 21.00 Uhr
Städtische Bibliotheken/Zentralbibliothek, Schlossstr. 2

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit den Städtischen Bibliotheken Dresden

 

Vereinigtes Land - geteilte Meinung?
Podiumsdiskussion

"Wer wir sind" und was ist „deutsche Identität": Die Antworten auf derartige Fragen fallen immer anders aus - je nach Lebenserfahrung, beruflicher Praxis, kultureller Prägung sowie der Milieu- und Generationszugehörigkeit. Zudem sieht die Antwort aus einer „West"-Perspektive anders aus als aus einer „Ost"-Sicht. Oder ist das nur eine „optische Täuschung"?
30 Jahre nach der Wiedervereinigung diskutieren dazu unter der Moderation von Cornelius Pollmer Ines Geipel, Valerie Schönian und Herfried Münkler und suchen nach Antworten, warum wir eine (vermeintlich noch immer) geteilte Nation sind.

Unter Moderation von Cornelius Pollmer (Süddeutsche Zeitung) diskutieren:
Prof. Ines Geipel, ehemalige (ost)deutsche Leichtathletin und heute Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch"
Valerie Schönian, freie Journalistin (u. a. Autorin der ZEIT) / Moderatorin "Wie war das im Osten?"
Prof. Dr. Herfried Münkler, deutscher Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte

Donnerstag, 26.11.2020, 18.00 – 19.30 Uhr
Gedenkstätte, Bautzner Str. 112 a

 

Die Umbruchzeit 1989/90 - ganz unterschiedlich wahrgenommen
Geschichtswerkstatt

Ebenso wie „die Wahrheit“, ist auch unsere Geschichte vielstimmig und subjektiv. Wir wollen auf die Suche nach Stimmen gehen, die über die spannende und auch schwierige Zeit des Umbruchs nach 1989 insbesondere im Osten Deutschlands berichten. Wie haben wir, unsere Nachbarn, Freunde oder Bekannte diese Jahre erlebt? Wie hat diese Zeit das Leben verändert oder geprägt?

Im Rahmen der Geschichtswerkstatt werden Techniken zum Erstellen eines Zeitzeugengesprächs gemeinsam erarbeitet. Sie sollen später selbst angewendet werden, um persönliche Erfahrungen vor dem Vergessen zu bewahren und in unsere gemeinsame Erinnerung einfließen zu lassen.

Mit Annemarie Müller, M.A.

Samstag, 28.11.2020, 9.30 – 14.00 Uhr
VHS, Annenstr. 10

 

 

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Helmut Kohl in Erfurt 1990, F.A.Z.-Foto / Mirko Krizanovic
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