Volkmar Sebb. Fotografien aus Auschwitz

Auschwitz. Einfahrt mit der Aufschrift Arbeit macht frei, Foto: Volkmar Sebb, ©Swinda Fischer

Volkmar Sebb. Fotografien aus Auschwitz

Auschwitz. Einfahrt mit der Aufschrift Arbeit macht frei, Foto: Volkmar Sebb, ©Swinda Fischer
07.10.2020 – 09.11.2020

 

Volkmar Sebb (1942 – 2012)

Am 7. Juni 1942 wurde Volkmar Sebb als Sohn eines Wehrmachtsoffiziers in Dresden geboren. Nach einer Ausbildung zum Werbefotografen an der DEWAG (Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft) in Dresden machte er sich 1967 selbständig. Er erhielt Aufträge für Prospekte, Großflächenwerbung, Kataloge, um DDR-Produkte im ehemaligen Ostblock, aber auch in Westeuropa, den USA und anderen Staaten zu bewerben. Von 1969 bis zu seiner Auflösung 1990 war Volkmar Sebb Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.

Im Juni 1969 kam er auf einer Ferienreise nach Polen eher zufällig nach Oświęcim und stieß auf das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz. Dort schloss er sich einer Führung an, die tiefe Spuren in ihm hinterließ. Zurück in Dresden schrieb er an Tadeusz Szymański (1917-2002), der die Gruppe geführt hatte. Es entstand eine lebenslange Freundschaft. Szymański, ehemaliger Häftling und Holocaust-Überlebender, hatte sich maßgeblich bei der Errichtung einer Gedenkstätte am Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau engagiert und leitete bis zu seiner Pensionierung 1977 die Sammlungen des Lagermuseums.

Volkmar Sebb fuhr immer wieder nach Auschwitz – auch in Zeiten, als in Polen das Kriegsrecht ausgerufen war (1981-1983) und er in der DDR offen seine Sympathie für die Demokratiebewegung um die Gewerkschaft Solidarność zeigte. Das zog den Verlust von Aufträgen und Kunden nach sich.

Ausgestellt wurden seine Fotografien aus Auschwitz in der DDR nie. Erstmalig wurden sie 1995 durch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Deutschen Hygiene-Museum präsentiert.

Die Fotografien sind weniger in wissenschaftlich-dokumentarischer Absicht aufgenommen. Sie lassen dagegen spüren, wie sehr sich Volkmar Sebb persönlich mit dem Ort verbunden hat. Sein Blick konzentriert sich auf das Bildmotiv, verzichtet auf Farbe, reduziert noch mehr, indem er die winterliche Schneelandschaft nutzt.

Vermutlich ist Volkmar Sebb der erste Deutsche mit einem Werkzyklus zu Auschwitz. Er plante einen Bildband mit seinen Fotografien aus Auschwitz, den er jedoch durch seinen Tod 2012 nicht mehr realisieren konnte.

 

Die Ausstellung

Die Ausstellung zeigt Fotografien aus dem privaten Archiv von Volkmar Sebb. Sie sind undatiert und teilweise nicht beschriftet. Sie entstanden während der Reisen Volkmar Sebbs nach Auschwitz – vorwiegend in den 1980er Jahren. Außerdem werden Teile der Ausstellung von 1995 präsentiert.

 

In Kooperation mit Hatikva e. V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

 

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